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Flaubert und der Gemeinplatz

Erscheinungsformen der Stereotypie im Werk Gustave Flauberts

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Frank Leinen

Die Beschäftigung mit stereotypen Denk-, Sprech- und Verhaltensformen durchzieht die Werke Gustave Flauberts wie ein roter Faden. Die vorliegende Untersuchung geht der Frage nach, auf welche Weise die Erfahrung der umfassenden Stereotypie das literarische Wirken des Schriftstellers bestimmt. Das Augenmerk richtet sich zunächst auf innovative stilistische Umgangsformen mit dem Iterativen. Weiterhin wird analysiert, welcher Stellenwert insbesondere den idées reçues bei der realitätsnahen Charakterisierung der Personen des Flaubertschen Werkes zukommt. Vor diesem Hintergrund soll ein Beitrag zur Diskussion geliefert werden, inwiefern Flaubert auch hinsichtlich seiner Verarbeitung der Stereotypie dem Ruf eines précurseur der modernen französischen Literatur gerecht wird.
Aus dem Inhalt: Sprachverständnis im Jugendwerk - Die «Education Sentimentale» (1845): eine éducation littéraire? - «Par les champs et par les grèves» - Neubewertung und Funktionalisierung des Iterativen in «Madame Bovary» - Gesellschaftliche Nivellierung und Nichtigkeit der Sprache in der «Education Sentimentale» (1869) - «Bouvard et Pécuchet»: être copiste au deuxième degré.