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Genese und Entfaltung der altkirchlichen Theologie des Martyriums

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Theofried Baumeister

Dieser Band will einleitend durch einige Textbeispiele zeigen, daß die christliche Martyriumsthematik im Judentum verwurzelt ist. Vor dem Hintergrund der jüdischen Forderung, auch im extremen Konfliktfall der eigenen Religion treu zu sein, hat Jesus im Kontext der Worte radikaler Nachfolge vom Jünger verlangt, in solcher Situation ihm und seiner Botschaft treu zu bleiben. In nachösterlicher Zeit hat man diese Forderung zu dem neutestamentlich breit bezeugten Gedanken der Kreuzesnachfolge ausgestaltet. Die durch eine Einführung erschlossene Textauswahl (die Texte in der Ursprache, Angabe wichtiger Varianten und der Zitate aus der Bibel und aus anderer Literatur, Übersetzung und Kommentierung in den Anmerkungen, Literaturverzeichnis) will zeigen, wie die Thematik in der Verfolgungszeit der ersten drei Jahrhunderte behandelt worden ist. Den Abschluß bilden zwei Texte, die deutlich machen, wie man das Thema nach den Verfolgungen in Transformation fortgeführt hat: das Mönchsleben als unblutiges, spirituelles Martyrium.
Aus dem Inhalt: Jüdischer Ursprung der Martyriumsthematik - Christlicher Kristallisationspunkt: die Forderung Jesu, in Konfliktfällen ihm und seiner Botschaft treu zu bleiben - Aufgreifen jüdischer und griechisch-römischer Motive (der die Wahrheit bezeugende Philosoph vor dem Tyrannen) - Christlicher Martyriumsenthusiasmus zu Anfang des 2. Jh. - Die christliche Terminologie: Märtyrer und Bekenner - Das Martyriumsverständnis der christlichen Gnosis und des Montanismus - Die Literatur der Aufforderung zum Martyrium - Kultische Märtyrerverehrung - Bekenner als Charismatiker, ihre Rolle im Gemeindeleben (Buße, Amt) - Nach den Verfolgungen: das unblutige Martyrium der Mönche.