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Der geheime Dialog

Medizinische Ausbildung und institutionalisierte Verschleierungen in der Arzt-Patient-Kommunikation-Eine diskursanalytische Studie

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Florian Menz

Folgende bisher unberücksichtigte Aspekte in der Arzt-Patient-Kommunikation werden untersucht: Wie wirkt sich die medizinische Ausbildung in der Institution Krankenhaus auf die Sozialisation in den Arztberuf aus? Wie werden dabei die herrschenden Verhältnisse reproduziert, und welche Folgen ergeben sich dabei für die Kommunikation zwischen Arzt und Patient? Die medizinische Ausbildung im Krankenhaus geschieht großteils direkt an Patient/inn/en als leidenden Subjekten. Anhand linguistischer Analysen von Anamnesegesprächen wird herausgearbeitet, daß v.a. zwei Instanzen ein Interesse daran haben, die Ausbildung vor den Patient/inn/en zu verschleiern: die Institution Krankenhaus selbst und die Ärzteschaft als Berufsstand. Aber auch die Patient/inn/en tragen unbewußt und ungewollt zur Reproduktion des herrschenden Arzt-Patient-Verhältnisses bei. Transkripte von zwei Gesamtanamnesen sollen ein möglichst umfassendes Bild von den kommunikativen Ereignissen bei der Spitalsanamnese ermöglichen.
Aus dem Inhalt: Die (mangelnde) kommunikative Ausbildung in der Anamneseführung - Das Muster einer Lehr-Anamnese - Mythen und ideologische Verschleierungen in der Arzt-Patient-Kommunikation - Bourdieus Konzept der «Symbolischen Gewalt» in der Arzt-Patient-Kommunikation.