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Ignorabimus

Emil du Bois-Reymond und die Debatte über die Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis im 19. Jahrhundert

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Ferdinando Vidoni

Aus dem rasenden Fortschritt der Naturwissenschaft im 19. Jahrhundert, der alle alten Weltanschauungen umzustürzen drohte, entwickelte sich auch die Debatte über Grundlagen und Grenzen der naturwissenschaftlichen Erkenntnis. In diesem Zusammenhang proklamierte 1872 der berühmte deutsche Physiologe Emil du Bois-Reymond unsere unüberwindbare Ignoranz hinsichtlich des Wesens der physikalischen Grundbegriffe Materie-Kraft und des Ursprungs des Bewußtseins. Diese Stellungnahme, die den sogenannten «Ignorabimusstreit» erregte, wird in der vorliegenden Arbeit als Mittelpunkt einer Diskussion analysiert, die das damalige Denken weitgehend durchläuft und sich mit weiteren großen Fragen und Themen kreuzt, wie Materialismus- und Darwinismusstreit, Aufsteigen und Krise des mechanistischen Weltbilds, Konventionalismus, Verhältnis zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Es stellt sich heraus, daß diese Problematik noch in vieler Hinsicht aktuelle Aspekte hat.
Aus dem Inhalt: Mechanizismus in der Physiologie des 19. Jahrhunderts und Materialismusproblem - Die Frage nach dem Körper-Geist Verhältnis - Das Denken Emil du Bois-Reymonds (1818-1896) - Schriften der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über die Grenzen der naturwissenschaftlichen Erkenntnis - Kulturpolitik deutscher Naturwissenschaftler.