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Ritterliche Ideale in Chrétiens «Yvain» und im mittelenglischen «Ywain and Gawain»

Von «amour courtois» zu «trew luf», vom «frans chevaliers deboneire» zum «man of mekyl myght»

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Ulrike Dirscherl

Zwischen der Entstehung von Chrétien de Troyes' höfischem Roman Yvain und der mittelenglischen 'romance' Ywain and Gawain liegt eine erhebliche Zeitspanne, in der sich der geistig-kulturelle, gesellschaftliche und geschichtliche Hintergrund wesentlich wandelte. Die vorliegende Studie untersucht die Auffassungen von Liebe und Rittertum in beiden Werken unter dem übergeordneten Gesichtspunkt der besonderen insularen Ausprägung des Rittertums. Erzählhaltung und Textmodifikationen des englischen Dichters lassen sich dabei als Konsequenz einer zielgerichteten und planvollen Bearbeitung erkennen, in der die altfranzösische Vorlage den Ansprüchen von Unterhaltung und Belehrung einer späteren Epoche angepaßt wird. Die vergleichende Betrachtung beider Werke erlaubt den Schluß, daß der Dichter von Ywain and Gawain - ebenso wie sein Zielpublikum - in anderen gesellschaftlichen Schichten zu suchen ist, als in den aristokratischen Kreisen, für die Chrétien schrieb.
Aus dem Inhalt: Wandlungen des Liebesbegriffs von «amour courtois» zu «trew luf» - Aventure in Yvain und in Ywain and Gawain als Träger des ritterlichen Reifungsprozesses - Historische Faktizität und ritterliche Ideale - Das Bild des Rittertums in Yvain und in Ywain and Gawain.