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Die scholastischen Vorbedingungen der Metaphysik Gustav Siewerths

Eine historisch-kritische Studie mit Bezug auf die Seinsvergessenheitstheorie von Martin Heidegger

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Andrzej Wiercinski and Ella Dunkley

Mit seiner spekulativen Weiterführung des thomasischen Denkens versucht Siewerth, auf die Vorwürfe Heideggers gegen die klassische Metaphysik eine Antwort zu geben. Anknüpfungspunkt dabei ist das Seinsdenken, in dem Siewerth das wahre Genie des Aquinaten aufleuchten sieht. Siewerth interpretiert den Thomismus vor allem vor dem Hintergrund der Identitätstheorie. Grundsätzlich verteidigt Siewerth Heideggers 'Seinsvergessenheitsthese', nur verschiebt er die Zäsur von Thomas auf Duns Scotus, dessen Metaphysik er als essentialistisch verwirft. Das Drama der Seinsvergessenheit wurde in der Terminologie Siewerths Gnosis genannt, die er als das Schicksal und die Auswirkung der essentialistischen Philosophie ansah. Ihren Gipfel erreichte die Gnosis im Hegelschen Denken, das die Prinzipien der reformatorischen Theologie mit der Dialektik verbindet. Der Autor stellt diese Problematik anhand der Quellentexte von Thomas, Scotus, Siewerth und Heidegger dar.
Aus dem Inhalt: Versuch eines Eindringens in die Beschreibung des Seins, conceptio entis, in all seiner Komplexität - Vergessenheit des Seins, nach Heidegger und auch Siewerth - Möglichkeit der Überwindung dieser Seinsvergessenheit - Die Chance für eine neue Metaphysik.