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Kontrafaktische Urteile in der Geschichtsschreibung

Eine Fallstudie zur Historiographie des Bismarck-Reiches

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Uta Heimann-Störmer

Was-wäre-wenn-Aussagen gelten in der Geschichtswissenschaft vielfach als nicht ernstzunehmende Spekulationen über Ereignisse und Prozesse, die nie stattgefunden haben. Ihnen wird höchstens der Stellenwert einer gedanklichen, unverbindlichen Spielerei am Rande der Forschung zugebilligt, die ohne weiteren Erkenntnisgewinn bleibt. Die vorliegende Studie verweist auf die Diskrepanz zwischen der Position kontrafaktischer Urteile im methodischen Kanon der Fachdisziplin und ihrer Anwendung in der Historiographie. Leistung und Grenzen dieser Aussageform werden aufgezeigt mit der Konsequenz ihrer Neubewertung für die geschichtswissenschaftliche Forschung. Die Untersuchungen beziehen sich auf Kontroversen über Alternativen zur deutschen Reichsgründung 1871, wobei liberal-föderative Ansätze im Mittelpunkt stehen.
Aus dem Inhalt: Phänomenologische und strukturelle Merkmale kontrafaktischer Urteile - Handlungen als Gegenstand - Generalisierungsbasis - Funktion - Föderative Alternativen - «Machtverzicht des Bürgertums» - Sozialistische Alternativen - Plausibilitätskriterien.