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Kant und Burke

Ästhetik als Theorie des Gemeinsinns

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Eva-Maria Tschurenev

Kants Zugehörigkeit zur europäischen Tradition des Rationalismus steht außer Frage. Wie sehr seine Denkhaltung gleichwohl der empiristisch ausgerichteten englischen Aufklärung nahestand, macht der für seine Ästhetik relevante Begriff des Gemeinsinns deutlich, in den wesentliche Momente des ästhetisch-politischen Denkens Edmund Burkes eingegangen sind. Das hat unmittelbare Bedeutung für die Gegenwart, die trotz behaupteter Vielfalt und Beliebigkeit individueller Lebensformen in Westeuropa an der Idee eines Gemeinsinns nicht vorbeikommen kann, ist doch an ihn die Existenzmöglichkeit menschlicher Gemeinwesen geknüpft; und zwar auch da, wo sie in negativer Form als uneinlösbares Versprechen auf Gemeinschaft gedacht wird.
Aus dem Inhalt: Zur Geschichte der Begriffe sensus communis, Geschmack und Gefühl im Zusammenhang der Emanzipationsbestrebungen des europäischen Bürgertums im 18. Jahrhundert - Ihre Funktion in aufklärerischen Schönheitstheorien - Aufnahme und Umdeutung in Kants «Kritik der Urteilskraft».