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Erfahrungen der Rache im englischen und spanischen Drama der Blütezeit

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Sabine Bückmann-de Villegas Lopez and Universität Münster

Rache war im englischen und spanischen Drama des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts ein populäres Thema. Diese vergleichende Studie beschäftigt sich mit den mannigfaltigen Ausprägungen des Themas in beiden Literaturen und arbeitet sowohl Gemeinsamkeiten als auch Divergenzen heraus. Dabei wird deutlich, daß den Dramen gemeinsame Strukturen unterliegen: Rache wurde nicht nur als bühnenwirksame Handlung betrachtet, sondern auch dazu benutzt, das Verhältnis Individuum-Gesellschaft, die Identitätskrise einer Figur sowie die Fragen nach Sein und Entfaltung zu beleuchten. Dabei stellt sich heraus, daß das säkulare Prinzip der Ehre und religiös-ethische Kategorien nicht selten in Konflikt geraten. Neben der Analyse von Denkstrukturen und psychischen Prozessen der traditionell männlichen Rächer legt die Untersuchung besonderes Gewicht auf die von Klischees bestimmte Darstellung der rächenden Frau im Drama. Hierbei erweist sich das spanische Drama als fortschrittlicher als das englische, auch wenn der Typ der bandolera nicht mit einbezogen wurde.
Aus dem Inhalt: Racheerfahrung - Orientierungslosigkeit des Rächers und Verlust von Kontrolle - 'Objektivierung' der Rache und Macht der Sprache bei der Identitätsfindung - Opfer als Protagonisten - Autonome Rache - Frauen als Rächer.