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Gerichtssprache für Sprachunkundige im Lichte des «fair trial»

Eine rechtsvergleichende Untersuchung zum geltenden Recht der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz unter dem Blickwinkel der Europäischen Menschenrechtskonvention und verfahrensstruktureller Grundprinzipien

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Thomas Braitsch

Von Sprachproblemen im Strafverfahren sind als Folge der internationalen Verflechtung alle Länder der westlichen Staatengemeinschaft betroffen. Gleichwohl findet das Verständigungs- und Verständnisproblem des fremdsprachigen Beschuldigten in den nationalen Strafprozeßordnungen nur geringe Beachtung. Im Schrifttum überwiegt die isolierte Abhandlung einzelner Sprachrisikoaspekte, Ansätze zu einer rechtssystematischen Erforschung des Problemkreises sind rar. Vor diesem Hintergrund ist ein wesentliches Ziel der Arbeit, bei methodischem Rückgriff auf die verfahrensstrukturellen Grundprinzipien der Dynamik und Dialektik des Strafprozesses die Interdependenz einzelner Kommunikationssituationen aufzuzeigen und aus ihr Lösungsansätze zur Bewältigung des Sprachrisikos zu entwickeln. Einen weiteren Schwerpunkt bildet eine empirische Untersuchung zur Dolmetscherpraxis im deutschen und schweizerischen Strafprozeß. In einem rechtsvergleichenden Querschnitt weist der Verfasser schließlich nach, daß die fragmentarische Regelungsstruktur der Prozeßordnungen beider Länder den Anforderungen eines «fair trial» nicht genügt und auf normativer wie justizorganisatorischer Ebene gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht.
Aus dem Inhalt: Die dynamisch-dialektische Struktur des Strafprozesses - Der Strafprozessuale Mindeststandard nach Art. 6 Abs. 3 EMRK - Empirische Untersuchung zur Dolmetscherpraxis im bundesdeutschen und schweizerischen Strafprozeß - Reformvorschläge zur Beseitigung des Sprachrisikos.