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Niedergang des Nationalstaates?-Zur konstitutiven Rolle des «nation-building» für die Genese von Regionalismen

Das Paradigma Belgien

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Elisabeth Fix

Regionalismen dominieren zunehmend die politische Arena vieler Nationalstaaten. In jüngster Zeit sieht sich vor allem Osteuropa, aber auch der asiatische und afrikanische Raum mit derartig zentrifugalen Tendenzen konfrontiert, die die Zukunft des Nationalstaates als politische Größe in Frage stellen. Der «junge» Nationalstaat Belgien steht hingegen schon seit seiner Gründung vor einer permanenten Zerreißprobe und fungiert daher in dieser Arbeit als analytisches Paradigma. Wie viele Kolonialstaaten unter großen Schwierigkeiten gegründet, wurde er in seinem prästatalen Stadium weitgehend von externen Mächten determiniert. In der vorliegenden Studie wird daher der Verlauf des nation-building als zentraler Kausalfaktor für aktuelle Regionalismen herausgearbeitet. Die in diesem Prozeß formierten Konfliktachsen stellen die Wurzeln und Ursachen der den heutigen Nationalstaat mit Dissolution bedrohenden Regionalismen dar. Auf der Basis dieses für die Regionalismusforschung innovativen Ansatzes lassen sich z.B. auch die politischen Entwicklungen in Osteuropa prognostizieren.
Aus dem Inhalt: Nation-building-Prozeß - Analyse der aktuellen Regionalismusprobleme in Belgien - Querschnitt- und Längsschnittanalyse des nation-building nach regionalismusrelevanten Konfliktachsen: sozio-ökonomisches, kulturelles und partizipatives cleavage - Nation-building-Prozeß als Genese der gegenwärtigen regionalismusrelevanten Verteilungskonflikte.