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«Und alles zweckend zum Ganzen»

Der Ganzheitsbegriff beim jungen Goethe

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Gerd Horatschek

Das idealistisch-teleologische Denken des Mittelalters und der Neuzeit erkennt der Ganzheit eine besondere Qualität zu. Dabei werden Organisationsprinzipien vorausgesetzt, die die Einzelphänomene auf ein ganzheitliches Konzept hin strukturieren. Auffällig ist Goethes mannigfaltiger Rekurs auf ganzheitliche Begrifflichkeit und Thematik. In der 150jährigen Geschichte der kritischen Goethe-Rezeption schwingt trotz ungleicher Einschätzung der Bedeutung dieses Konzeptes ein vorgängiges, ganzheitliches Strukturprinzip zumeist mit, ohne daß je eine dezidierte Untersuchung der Goetheschen Texte unter diesem Aspekt vorgenommen worden wäre. Die hier vorgelegte Analyse von Einzeltexten klärt die ästhetische Transformation und die imaginative Konkretisierung des Goetheschen Ganzheitskonzepts. Sie läßt sich von der Vorannahme leiten, daß dem Gesamtwerk Goethes ein konstantes und gedanklich geschlossenes, organizistisch geprägtes und auf Ganzheit zielendes Weltbild zugrunde liegt.
Aus dem Inhalt: Organizismus und Totalität - Abriß zur Philosophiegeschichte des Ganzheitsbegriffes - Frühe theoretische Schriften von Goethe - Lyrische Sehnsucht nach Totalität - Ganzheit und Illusion im «Werther» - Der ganze Mensch - Verhältnis von Sein und Schein, Erfahrung und Sprache im «Götz» - Urfaust - Der Teil und das Ganze.