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Schwangerschaft und weibliche Identität

Individuelle und institutionelle Konflikte als Ausdruck kultureller Pathologie- Eine empirisch-hermeneutische Studie

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Marlies Köster-Schlutz

Einerseits scheinen Schwangerschaft und Mutterrolle nicht mehr zum Bild der selbständigen und selbstbewußten Frau zu passen. Andererseits werden sie wieder verstärkt gesucht, in der Hoffnung auf eine nur Frauen zugängliche Selbsterfahrung und damit auf den Gewinn von weiblicher Identität. Wie ambivalent solche Wünsche bleiben müssen, zeigt sich am deutlichsten im Symptom der vorzeitigen Wehen. Hier setzt die vorliegende Untersuchung an: Befragt werden schwangere Frauen, die ambulant oder in der Klinik betreut werden, sowie Ärzte und Hebammen aus mehreren Kliniken; im Rahmen einer tiefenhermeneutischen Interpretation kommen sie umfassend zu Wort. Die psychoanalytische Aufhellung der Konflikte, die vielen Symptomen in der Schwangerschaft zugrunde liegen, führt nicht nur zu einer Kritik herkömmlicher Behandlungsmethoden, sondern auch zu Einblicken in Widersprüche zwischen gesellschaftlicher Praxis und weiblicher Identitätssuche.
Aus dem Inhalt: Zum psychoanalytischen Konzept von Weiblichkeit - Zum Verhältnis von Medizin und weiblicher Lebenswelt - Empirische Untersuchungen von Frauen und Paaren bei der Vorbereitung auf die Geburt - Frauen in der Klinik und Geburtshelfer - Perspektiven zur Arbeit von Kliniken - Konfliktverarbeitung in der Schwangerschaft - Chancen weiblicher Erfahrung.