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Die «geniale Vereinfachung»

Anti-Intellektualismus in Ideologie und Sprachgebrauch bei Joseph Goebbels

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Ulrich Nill

Die vorliegende Studie befaßt sich am Beispiel des Nationalsozialismus mit dem Zusammenhang von Sprache und Ideologie und mit der Frage, was eine so abstruse und unmenschliche «Weltanschauung» für den einzelnen attraktiv machen kann. Diese Probleme werden am Beispiel eines besonders prägnanten NS-Vertreters und seiner Texte untersucht: Joseph Goebbels. In der Auseinandersetzung mit dem Material wird der kritische Begriff der Vereinfachung entwickelt, der sowohl zentrale inhaltliche Positionen (Anti-Intellektualismus) als auch formale Eigenarten des Sprachgebrauchs erfaßt. Es wird deutlich, wie damit der Sprache Realität konstituiert wird, eine einfache, klare Realität, in der alles eindeutig ist und seinen festen Platz hat. In dieser Art von Einfachheit steckt beides: die Attraktivität für einige und die unmenschlichen Taten, die ein solches Denken nach sich zieht.
Aus dem Inhalt: Merkmale der NS-Ideologie und Ansätze zur Erklärung ihrer Massenwirksamkeit - Sprache und Nationalsozialismus - Die Faschisierung des Joseph Goebbels in seinen Tagebüchern - Zur Technik des Darstellens und Argumentierens bei Goebbels - Lexikalisch-semantische Aspekte der Vereinfachung.