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Politik und Roman. Der Zeitungsroman in der «Münchner Post» als Zeugnis der kulturpolitischen Verbürgerlichung der SPD

Eine Untersuchung für das Jahr 1930

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Angela Schmitt-Gläser

Wirtschaftliche Krisen, politische Verunsicherung und ein eklatantes Theoriedefizit im kulturellen Bereich kompensierte die SPD am Ende der Weimarer Republik u.a. mit einer Annäherung an bürgerliche Orientierungsmuster. Die Spannung zwischen Verbürgerlichung in der Lebenspraxis und Erstarrung im politisch-ideologischen Raum, die im sozialmoralischen Milieu der Partei zum Tragen kam, spiegelt sich deutlich in der offiziellen Konzeption des Parteiblattes, besonders des Feuilletons, wider. Der kommunikative Akt des Lesens mit den vermittelten Normangeboten und Wirklichkeitsmodellen wird anhand von fünf analysierten Zeitungsromanen rekonstruiert, die im Jahr 1930 in der «Münchner Post», dem Organ der Bayrischen SPD, erschienen.
Aus dem Inhalt: Sozialmoralisches Milieu (Lepsius) der SPD - Orientierungsschwäche im ideologischen, realpolitischen und kulturpolitischen Bereich - Parteiblatt- und Feuilletonkonzeption - Annäherung an Vorgaben der Massenpresse mit dem Zweck der Bindung des Lesers an das Blatt.