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Auf der Suche nach dem verlorenen Theater

Das portugiesische Gegenwartsdrama unter der politischen Zensur (1960-1974)

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Kian-Harald Karimi

Im engeren Sinn beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit den Auswirkungen der politischen Zensur auf das portugiesische Theaterleben unter den Bedingungen einer Diktatur, die fast fünfzig Jahre währte. Dramatische Texte werden mit bislang unveröffentlichten Zensurdokumenten aus den Jahren 1960-1974 konfrontiert und vermitteln dem Leser so einen authentischen Eindruck über das Ausmaß von den Verfolgungen, denen Gegenwartsautoren ausgesetzt waren. Darüber hinaus bemüht sich die Arbeit aber auch, die Zensur des zeitgenössischen Theaters aus der Perspektive jener historischen Erfahrungen zu erfassen, die über das Verhältnis von Literatur, Bühnenkunst und Zensur im Laufe der Jahrhunderte Auskunft geben können. Aus den Akten der Zensurbehörde läßt sich nach der Erkenntnis ihres Herausgebers nur dann ein Sinnzusammenhang erschließen, wenn man diese Dokumente als Ergebnis einer mehr als fünfhundert Jahre dauernden Zensurgeschichte betrachtet und in den Kontext des behandelten Zeitraums (1960-74) einordnet. Auf diese Weise kann zudem die zeitgeschichtliche Bedeutung politischer Zensur erhellt werden.
Aus dem Inhalt: Traditionen des literarischen Dialogs in Portugal - Die Geschichte des zeitgenössischen Theaters in Portugal - Traditionen der Zensur in Portugal - Von der Selbstzensur zur Überwachung der literarischen Öffentlichkeit - Ideologischer und literarischer Diskurs - Dokumente und Statistiken der portugiesischen Theaterzensur.