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Rhetorik und Moral in Samuel Richardsons «Clarissa»

Ein systemtheoretischer Versuch

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Adrian Mebold

Nachdem die Bedeutung von Richardsons Clarissa für die Genese des bürgerlichen Romans von der Literaturwissenschaft erkannt worden war, standen hauptsächlich Fragen der Interpretation und Rezeption im Vordergrund von Forschung und Kritik, die kaum mehr Interesse an der genuinen didaktischen Dimension von Clarissa bekundeten. Diese Untersuchung lässt sich dagegen erneut durch den in der didaktischen Literatur enthaltenen Doppelaspekt von Moral und Rhetorik bestimmen. Als Forschungsperspektive wurde die Systemtheorie von Niklas Luhmann gewählt, weil dieser grundlegende Ansatz erstmals auch für den Bereich der Literaturwissenschaft ermöglicht, Moral und Rhetorik unter dem einheitlichen Gesichtspunkt einer Theorie der Gesellschaft als kommunikatives Problem zu erfassen. In der spezifischen Anwendung auf Clarissa werden die expliziten und latenten Strukturen der moralisch-literarischen Persuasion als funktionale Antworten auf das Problem von Komplexität und Kontingenz am Text aufgezeigt.
Aus dem Inhalt: Moral und Rhetorik in der Systemtheorie Luhmanns - Komplexität und Kontingenz als Bezugsprobleme - Medien der Kommunikation - Moral und Motivation zur Moral in Clarissa - Systemstrategien zur Reduktion von Komplexität.