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Weltprothesen und Prothesenwelten

Zu den technischen Prognosen Arno Schmidts und Stanislaw Lems

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Bernd Flessner

Ende der 40er Jahre haben der Deutsche Arno Schmidt und der Pole Stanislaw Lem damit begonnen, die Zukunft literarisch auszuloten. Trotz ihrer Zugehörigkeit zu verschiedenen politischen Systemen und trotz großer stilistischer Unterschiede weisen ihre virtuellen Welten erstaunliche Übereinstimmung auf. Unabhängig voneinander reflektieren die Autoren in ihren Werken die Geschichte der Menschheit als die einer fortschreitenden Artifizialisierung der Welt. Es ist eine Universalgeschichte, die vom Faustkeil, der ersten einfachen Prothese, zur Weltprothese führt. Unter Prothese wird jede funktionale Verlängerung des menschlichen Körpers und Geistes verstanden. Die vorliegende Studie analysiert diese Welten von Lem und Schmidt und hebt ihre Gemeinsamkeiten hervor. Im Zentrum stehen die technischen Prothesen der Zukunft und die scientific community als deren Urheber - und die Helden, die sich in dieser multiplen Wirklichkeit der Zukunft behaupten müssen.
Aus dem Inhalt: Literarische Aneignung der Zukunft als komplexes Spiel - Technoevolution versus Evolution der Natur - Die palimpsestische Struktur der Wirklichkeit - Die Emanzipation der Prothese - Die Prothetisierung der Welt - Scientific community versus Erkenntnis.