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Muttersprache und Zweitsprache

Türkische Schulanfängerinnen und Schulanfänger in der Migration-Ein Vergleich

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Ender Hepsöyler and Klaus Liebe-Harkort

Die Untersuchung von Hepsöyler und Liebe-Harkort ist ein Beitrag zur Sprachstandsbewertung von Migrantenkindern. Sie setzt beim Schulanfang an. Dies wird mit den bis dahin weitgehend parallel verlaufenden Kinderbiographien von Migranten und Deutschen begründet. Die Parallelität betrifft vor allem das Kommunikationsumfeld und Sprachentwicklungsverhalten der Kinder. Die Konsequenz ist der etwa gleiche Stand in den sprachlichen Fertigkeiten: in türkisch die türkischen Probanden, in deutsch die deutschen. Das ist so bis in die ersten Grundschuljahre hinein. Im weiteren Schulverlauf werden die Weichen gestellt. Die Methode der Autoren ist zum Nachmachen geeignet, erfordert kein sprachstatistisches Wissen und keine linguistischen Theoriekenntnisse. Lehrerinnen und Lehrer finden hier implizit Anleitung, selbst zu testen, zu vergleichen und zu bewerten. Das ist auch Ziel der Autoren, die zwar einen bildungspolitischen Beitrag leisten wollen, diesen aber nur wirksam sehen, wenn ihn die Pädagoginnen und Pädagogen vor Ort nachvollziehen.
Aus dem Inhalt: Muttersprache oder Zweitsprache? Eine falsche Alternative... Die Dominanz in der Muttersprache ist unwiderlegbar, besonders zu Schulbeginn bei Migrantenkindern. Das ergibt sich aus authentischen Sprachaufnahmen und ihren Analysen. Für viele unerwartet ist hier bewiesen, daß die türkischen Schulanfänger ihre Sprache genauso gut beherrschen wie die deutschen, jede Gruppe ihre Muttersprache. Daraus wird schlüssig die Notwendigkeit einer anderen Bildungspolitik als die bisher praktizierte abgeleitet.