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Materialisierung der Literatur als Bedingung ihrer Krise

Zur Rekonstruktion und Kritik neomarxistischer Literaturtheorie

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Gerda Elisabeth Moser

Vor dem Hintergrund einer sozio-ökonomischen Deutung der Postmoderne («Durchkapitalisierung», «Überfluß an Imaginärem») zeigt die Arbeit neomarxistische Literaturtheorie als historische. Die Lukács-Brecht-Debatte erscheint dabei als Streit zwischen Tradition und früh-modernem Experiment, Adornos «negative Ästhetik» als von ihrer Folie abhängige Traditionskritik, die Adorno-Nachfolge (Peter Weiss, Peter Bürger u.a.) als subjektphilosophisch reduzierter, romantischer Antikapitalismus. Pointiert fällt die Kritik besonders auf den von Lukács bis Bürger entwickelten emphatischen Literaturbegriff, der eine literarische «Kulturrevolution» verspricht. Diese ist - so die gegen die bisherige Forschung geführte These - jedoch nur denkbar, solange die vom Vorbild Marx erstmals ins Zentrum der Überlegung gestellte Kapitalisierung noch nicht voll gegriffen hat.
Aus dem Inhalt: Neomarxistische Literaturtheorie im Zeichen sozio-struktureller Verspätung - G. Lukács' und B. Brechts Entdeckung bürgerlich-kapitalistischer Literatur - Th. W. Adorno im Bannkreis traditional-kapitalistischer Strukturen - Bearbeitung von Vollzug des Zusammenbruchs literarischer Tradition: E. Bloch, W. Benjamin, J.-P. Sartre, P. Weiss und P. Bürger.