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Rollenbewußtsein und Subjektivität

Eine literartypologische Untersuchung politischer Memoiren am Beispiel von Otto von Bismarcks 'Erinnerung und Gedanke'

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Marina Stadler

Die Urteile über die Memoiren Otto von Bismarcks weisen bis heute eine merkwürdige Diskrepanz auf: Einerseits als massive Geschichtsfälschung bewertet, werden sie in den Bereich der historischen Lüge verwiesen; andererseits - als herausragendes Zeugnis deutscher Memoirenliteratur gelobt - wird ihnen innerhalb der politischen Weltliteratur ein hoher Rang zugewiesen. Es ist dieser Befund, der die Autorin der vorliegenden Studie ermutigt, die Bedeutung von 'Erinnerung und Gedanke' auf dem literaturwissenschaftlichen Felde zu suchen und darzulegen. Vor dem Hintergrund einer systematischen, gattungstheoretischen Typologie der Memoiren im allgemeinen und der Politikermemoiren im besonderen eröffnet diese Untersuchung den Zugang zu einer speziellen literarischen Einschätzung von 'Erinnerung und Gedanke' als Sprachkunstwerk. Es wird nachgewiesen, daß die 'Authentizität' der Memoiren in der subjektiven Art und Weise liegt, in der Bismarck sein Rollenbewußtsein zur sprachlichen Wirklichkeit bringt.
Aus dem Inhalt: Typologie selbstbiographischer Literatur - Typologische Einordnung der Memoiren - Typologiemodell der politischen Memoiren - Die politischen Memoiren als literarischer Typus - Literartypologische Untersuchung von 'Erinnerung und Gedanke'.