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Die Krankheit zum Leben

Krankheit als Deutungsmuster individueller und sozialer Krisenerfahrung bei Nietzsche und Thomas Mann

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Eberhard Falcke

Krankheit als Thema und Motiv entwickelt sich bei Nietzsche und Thomas Mann zunächst als Deutungsmuster von Krisenerfahrungen. Dabei wird Krankheit, begriffen als Grenzüberschreitung, bei beiden zur Bedingung einer neuen, moral- und normenkritischen Erkenntnisweise erklärt. Nietzsche erweitert das Krankheitsmotiv konzentrisch von der persönlichen Erfahrung bis zur Kulturdiagnose und zum Überwindungskonzept der «Großen Gesundheit». Thomas Mann hingegen versucht bei seinem Unternehmen einer geistigen Rettung des deutschen Bürgers vor dem sozialen Untergang immer wieder neue Antworten. Unter dem Eindruck der deutschen Katastrophe verwirft er schließlich den «schlimmen, genialen Weg zum Leben», der über Krankheit und Tod führt, und damit die Krankheitsmetaphorik überhaupt.
Aus dem Inhalt: Nietzsche: Krankheit als «Loslösung» - Die Opposition des Kranken gegen die Krankhaften - Krankheit und Rangordnung; Thomas Mann: Krankheit als Privileg des späten Patriziers - Die pathologische Illumination: Genialität als Teufelswerk.