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Der politische Mensch im Welttheater des Daniel Casper von Lohenstein

Eine Deutung seines Dramenwerks

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Bettina Müsch

Das dramatische Werk Lohensteins gestaltet Themen, die der zeitgenössischen staatsrechtlichen Diskussion entlehnt sind. Auf der Basis der Affektenlehre als Teil der zeitgenössischen Moralphilosophie werden Kriterien für ein christliches Politik-Ideal entworfen. Alle Trauerspiele zeigen die Abhängigkeit politischen Herrschaftsverhaltens vom Vertrauen auf die mäßigende Kraft der Vernunft gegenüber den Affekten und erweisen, daß Lohensteins politischer Mensch in transzendenten Bezügen steht. Eingebunden in die Tradition der Providentia Dei-Argumentation wird der eigenverantwortliche Gebrauch der Vernunft propagiert. Der ideale homo politicus beweist seine in Gott begründete Vernunftfreiheit in einem tätigen, geschichtlich verbindlichen Menschsein sowie in der Erkenntnis und freiwilligen Annahme der göttlichen Weltordnung. Bezogen auf das Reich und die es rechtfertigende Geschichtstheologie sind Lohensteins Trauerspiele als repräsentative, idealiter auf die Zukunft gerichtete Welttheaterentwürfe zu verstehen.
Aus dem Inhalt: Christliches Politik-Ideal - Mäßigende Kraft der Vernunft gegenüber den Affekten-Ideal der Metriopathie - Tradition der Providentia Dei-Argumentation - Betonung der Willensfreiheit - Heilsgeschichtliche Auffassung der Historie - Repräsentative Welttheaterentwürfe idealiter auf Zukunft gerichtet - Der Didaxe dienende Herrscherpanegyrik.