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Grundlagen der Terra Sigillata-Datierung im westmediterranen Bereich

Eine verfahrens- und quellenkritische Analyse

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Fritz Renken

Unter Terra Sigillata wird nicht nur die aus norditalienischen Produktionsstätten stammende Aretina, sondern die im westmediterranen Bereich angetroffene Keramik verstanden, bei der in der Literatur Benennungen wie Sigillata Hispanica, Sudgallica, Italica, Campana, Africana bzw. Chiara üblich sind. Die vorliegende Analyse geht davon aus, daß jede archäologische Aussage auf dem Erstellen einer zuverlässigen Chronologie beruhen muß; sie geht der Frage auf den Grund, ob und inwieweit mit Hilfe der Terra Sigillata im westmediterranen Bereich sicher erscheinende Datierungen erfolgen. Dieser Analyse wird ein Befundkatalog zugrunde gelegt, in dem aus den 11 wichtigsten - und immer wieder in der Diskussion zitierten - gesicherten Stratigraphien umfangreiche Sigillatafundkomplexe mit chronologischen Angaben zusammengestellt sind. Der Analyse-Aufwand in dieser Untersuchung war erheblich. Die Ausgrabungsberichte wurden nach heutigem Standard auf «Geschlossenheit», «Schichtfolge» und «Schichtzugehörigkeit», etc. überprüft. Das Ergebnis zeigt, daß keine der Stratigraphien unabhängig absolut datiert ist. Die ursprünglich angegebene Datierung wird über den Fundvergleich mit ihrerseits nur über Vergleiche zeitlich eingeordnete Befunde gewonnen, und die ursprünglich als «möglich» relativierte absolutzeitliche Einordnung wird im «Zitatenkarussel» (H.Z.) schnell zur «wahrscheinlichen» und zur uneingeschränkten «Datierung», abgesichert durch das Zitieren von Autoritäten. Nach dieser Untersuchung müssen alle historischen Schlüsse über den westmediterranen Raum, deren chronologische Aussagen auf Terra Sigillata - und Vergleichsverfahren (Vernetzung) zurückgehen, erneut überprüft werden.
Aus dem Inhalt: Befundkatalog mit Anlagen je Ausgrabungsstelle - Mögliche Gründe für unsichere Sigillatadatierung - Relative Datierung im Rahmen einer gesicherten Stratigraphie - Ortsgebundene Datierungsgrundlagen.