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Die gescheiterte Allianz

Österreich-Ungarn, England und das Deutsche Reich in der Ära Andrassy (1867 bis 1878/79)

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Rainer Schmidt

Die Ära Andrassy stand unter einem doppelten Leitziel: Durch eine groß angelegte Erfolgspolitik nach außen sollten die zentrifugalen Kräfte des Habsburgerreiches integrativ gebündelt und das panslawistische Bedrohungspotential auf dem Balkan neutralisiert werden. Diese Programmatik manifestierte sich ab 1871 in dem Versuch, eine Allianz mit den Status quo-Mächten England und Deutschland zu schmieden, um die potentiellen «Störenfriede» der europäischen Ruhelage, Rußland und Frankreich, in Schach zu halten. Nach dem taktisch motivierten Schwenk zur Dreikaiserpolitik, um Bismarck unter Optionszwang zu setzen, betrieb Andrassy auf dem Höhepunkt der Orientkrise ein gewagtes Doppelspiel zwischen den Mächten Europas. Sein «Experimentum in corpore vili» ruhte auf den Erfahrungen des Krimkriegs, brachte die Monarchie in die günstige Position der Hinterhand und sah als ultima ratio einen Schlagabtausch mit Rußland auf dem Balkan vor. Die vorliegende Arbeit basiert auf Archivstudien in Österreich, England und Deutschland und entwirft ein neues Bild der österreichischen Außenpolitik vom Ausgleich (1867) bis zum Zweibund (1879).
Aus dem Inhalt: Andrassys außenpolitisches Programm - Das Scheitern des Anlaufs zum Grand Design (1871/72) - Taktisch motivierte Politik unter dem Signum der Dreikaiseroption (1872 bis 1875) - Die Genesis des «Experimentum in corpore vili» (1875 bis 1877) - Höhepunkt und Scheitern des «Experimentum in corpore vili» (1877 bis 1878/79).