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Der Skandal um «Ann Veronica»

H.G. Wells und der Beginn des feministischen Romans in England

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Karola E. Aust

H.G. Wells löste 1909 mit der Darstellung der ersten, die sexuelle Initiative ergreifenden Frau einen Skandal aus, vergleichbar dem um D.H. Lawrences Lady Chatterley's Lover. Die vorliegende Untersuchung führt den lange mißachteten Roman auf Wells' Ambivalenz gegenüber dem Feminismus und seinen sozialdarwinistischen Utopievorstellungen von der Frau zurück. Für die textnahe Interpretation wird die gesellschaftliche Situation der Frau im Edwardianismus sowie die Suffragettenbewegung erörtert. Die Thematik und Romankonzeptionstechnik hatten Initialfunktion für nachfolgende Schriftsteller und heizten die Debatte um die Zweckfreiheit der Romankunst an. Literaturgeschichtlich wurde Ann Veronica unterschätzt. Ihre Probleme als Frau zu Beginn des verheißungsvollen 20. Jahrhunderts haben zum Ausgang desselben kaum an Aktualität eingebüßt.
Aus dem Inhalt: Autobiographischer Kontext - Wells' Feminismus - Weltstaatsidee und Eugenik - Die Suffragetten - Die Situation der Frau in der «Edwardian Period» - Ann Veronicas Emanzipation - Die Zensur - Henry James - Kontroverse - Soziologischer Roman - Vergleich mit Martha Quest.