Show Less
Restricted access

Maria von Oignies

Eine hochmittelalterliche Mystikerin zwischen Ketzerei und Rechtgläubigkeit

Series:

Iris Geyer

Die Vita der Maria von Oignies (1177 - 1213) ist für die Erforschung der mittelalterlichen Spiritualität von herausragender Bedeutung. Sie ist nämlich das früheste Dokument für die im Hochmittelalter entstandene beginische Frömmigkeit. Deshalb wurde diese Vita, insbesondere ihr Prolog, in der Forschung oft herangezogen, um den Ursprung der religiösen Frauenbewegung zu klären, jedoch weniger, um das Leben dieser Frau und ihre Frömmigkeitspraktiken zu erhellen. Diesem Defizit begegnet die vorliegende Studie. Sie konzentriert sich auf das spirituelle Leben der Maria von Oignies und die theologische Verarbeitung desselben durch den Biographen der Vita, Jakob von Vitry. Als Ergebnis wird deutlich, daß das Leben Marias und ihre Lebensbeschreibung bis ins Detail hinein als Antithese zu der Lehre der zeitgenössischen Katharer verstanden werden muß. Marias Frömmigkeit, auch ihre Visionen und mystischen Erfahrungen wollen die Wahrheit des katholischen Dogmas beweisen.
Aus dem Inhalt: Die hagiographische Methode und die Gattung Vita - Marias Gemeinsamkeiten mit den Häretikern - Armut. Das Armutsideal «Nackt dem nackten Christus folgen», und weshalb Maria dahinter zurückbleibt - Die Fegefeuervisionen - Die «unio mystica».