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Störungen der Aufmerksamkeit bei Schizophrenie

Untersuchungen zum Einfluß wechselnder Stimulusmodalitäten auf die Reaktionslatenzen Schizophrener

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Reiner Hanewinkel

Die experimentalpsychologische Untersuchung psychopathologischer Phänomene durch Reaktionszeitmessungen hat eine lange Tradition, die bis auf Kraepelin zurückreicht. Ein Phänomen, das schon vor 30 Jahren entdeckt wurde, ist der Modalitätswechseleffekt: Präsentiert man schizophrenen Probanden Reize verschiedener Modalitäten und fordert sie auf, auf eine Stimuluspräsentation so schnell wie möglich zu reagieren, zeigt sich, daß die Reaktionslatenzen besonders negativ durch einen Modalitätswechsel der Reize beeinflußt werden. Weitgehend ungeklärt ist allerdings, ob dieser hochstabile Effekt auf Aufmerksamkeitsstörungen zurückzuführen ist oder auf Störungen der Handlungssteuerung Schizophrener beruht. In der vorliegenden Arbeit konnte gezeigt werden, daß ausschließlich die Variierung der Reizfolge, nicht aber der Reaktionsfolge zu einer differentiellen Reaktionsverzögerung schizophrener Probanden gegenüber Alkoholerkrankten und Gesunden führt. Die Schlußfolgerung, den Modalitätswechseleffekt auf Aufmerksamkeitsstörungen Schizophrener zurückzuführen und weniger auf motorische Defizite bzw. Störungen der Handlungssteuerung, scheint daher gerechtfertigt.
Aus dem Inhalt: Experimentelle Schizophrenieforschung - Kognitive Störungen - Reaktionszeituntersuchungen - Modalitätswechseleffekt - Erwartungshypothese - Spurenhypothese.