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Die dramaturgischen Funktionen der Musik in den Schauspielen Goethes

«Alles aufs Bedürfnis der lyrischen Bühne gerechnet»

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Benedikt Holtbernd

Die Literaturwissenschaft hat bislang Goethes Singspiele als relativ belanglose und isolierte Gelegenheitsarbeiten und damit getrennt von seinen dramatischen Hauptwerken betrachtet. Indessen läßt sich schon statistisch nachweisen, daß die Musik in der Mehrzahl seiner Dramen eine erhebliche Rolle spielt. Von daher stellt die Studie die Frage nach den dramaturgischen Funktionen der Musik in den dramatischen Werken schlechthin. Die Singspiele werden dabei als verschiedene Modellversuche der Interpretation und Integration von Musik in das gesprochene Schauspiel entdeckt. Das Hauptgewicht der interdisziplinär ausgerichteten Untersuchung liegt auf detaillierten Analysen der Singspiele und der dramaturgischen Funktion der musikalischen Partien in den klassischen Dramen. Damit wird die Dichotomie Schau-/Singspiel relativiert. Auf innovative Weise sowohl für die Literatur- als auch Musikwissenschaft wird das Bild eines vorurteilslosen und experimentierfreudigen Autors Goethe entwickelt.
Aus dem Inhalt: Das Singspiel in Goethes Theorie einer universalen Theaterform - Gesang als konstituierendes Element des Dramas - Musik als therapeutisches Mittel - Reduzierung musikalischer Elemente im «Götz» - Der dramaturgisch evidente Verzicht des Gesangs im «Tasso» - Reaktionen der Komponisten Kayser und Reichardt.