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Zur Herausbildung und zum Stand des Verhältnisses von Kirche und Staat in Cuba

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Winfried Muder

Mit Cuba steht 1992 nach den dramatischen Veränderungen im Ostblock die «letzte Bastion des Sozialismus» (Castro) nach nunmehr 33 Jahren Sozialismus vor ihrer größten Herausforderung. Die vorliegende Arbeit beleuchtet die Entwicklung des Verhältnisses von Staat und Kirche in den vergangenen 500 Jahren und arbeitet vor dem lateinamerikanischen Hintergrund besonders die spezifisch cubanischen Aspekte heraus. Schwerpunkt ist die Zeit der Revolution seit 1959. Nach der kompromißlosen Konfrontation zwischen Staat und Kirche zu Beginn der cubanischen Revolution war es lange Zeit still um die Kirche, bevor beide Seiten in den achtziger Jahren wieder aufeinander zugingen. Der Blick auf die Kirchen in Cuba ist auch deshalb interessant, weil sich hier traditioneller lateinamerikanischer Katholizismus und die von der Befreiungstheologie inspirierte «Option für die Armen» in einem Land treffen, in dem Hunger und Kindersterblichkeit nach über drei Jahrzehnten Sozialismus Fremdworte sind. Doch die revolutionären Erfolge, das wird derzeit deutlich, sind ohne Reformen nicht zu halten. Der Sozialismus geht - Die Kirche kommt? Nach Jahrzehnten auffälliger Bedeutungslosigkeit der Kirchen könnte dies ein Aspekt der kommenden Entwicklungen sein.
Aus dem Inhalt: Die Geschichte Cubas: zur sozialen, politischen und ökonomischen Entwicklung - Die Rolle der Kirchen in der cubanischen Geschichte - Zum Verhältnis Staat und Kirche seit 1959: die cubanische Kirche - Die staatliche Kirchenpolitik - Strukturelle Analyse des Verhältnisses Staat und Kirche.