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Medientechnik und Rezipientenfreiheit

Grundfragen zum Recht auf Nutzung fortentwickelter Massenkommunikationsmittel und zur Bedeutung von Kabel und Satellit für eine Europäische Rundfunkzone

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Helmut Schwarzer

Auch heute - im Zeitalter vielfältig garantierter Informationsfreiheit - ist der Rundfunkteilnehmer nach wie vor nicht in der Lage, jederzeit und überall solche Programmangebote wahrzunehmen, die seinem persönlichen Interesse entsprechen. Zwar sind mittlerweile (gerade auch infolge des Einsatzes moderner Kabel- und Satellitentechnologie) die technischen Voraussetzungen für eine zunehmende Autonomie bei der Mediennutzung längst gegeben; in der Praxis scheitert eine Individualisierung des Informationszugriffs im Rundfunk jedoch häufig an künstlichen Begrenzungen der Kommunikations- und Empfangstechnik. «Aktive Programmauswahl» wird dabei vor allem behindert durch ein Labyrinth von Regularien, das direkte oder indirekte Restriktionen hinsichtlich der technischen Erreichbarkeit/Wahrnehmbarkeit von Hörfunk- und Fernsehsignalen enthält. Technische Rezipientenfreiheit d.h. die Garantie eines ungehinderten Betriebs der notwendigen Apparatur, muß deshalb als essentieller Bestandteil der Informationsfreiheit im Rundfunk angesehen werden. Die Forderung nach unbegrenzten Auswahl- und Gestaltungsmöglichkeiten bzgl. der Empfangstechnik betrifft insofern eine Grundvoraussetzung individueller Rezipientensouveränität.
Aus dem Inhalt: Bedeutung freier Informationswahl - Kommunikationswissenschaft, Recht und Geschichte - Rundfunk im Umbruch: Internationalisierungs- und Privatisierungstendenzen infolge des Einsatzes neuer Kabel- und Satellitentechnologie - Rechtsgarantien, Chancen und Grenzen des freien Rundfunkempfangs.