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Der Herold der Toten

Geschichte und Politik bei Heiner Müller

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Thomas Eckardt

Fraglos zählt Heiner Müller zu den bedeutendsten deutschsprachigen Dramatikern seit Brecht. Die vorliegende Untersuchung widmet sich der Frage, inwieweit sein Oeuvre als genuin «politisches» begriffen werden kann. Neben der Darstellung seiner Geschichtsphilosophie, die in der Nachfolge Benjamins steht, werden sein Theater als «Laboratorium sozialer Phantasie» und seine an Horkheimer/Adorno und Foucault anknüpfende Rationalitätskritik behandelt. Remedia gegen die als apokalyptisch angelegte Zivilisationsgeschichte sieht Müller in den Befreiungsbewegungen der Dritten Welt, den als «Rächerinnen» charakterisierten Frauen, am Ende gar in einer mystischen «Natur-Revolte». Eingegangen wird auch auf seine zeitkritischen Äußerungen zur Rolle des Schriftstellers nach dem Bankrott des «real existierenden» Sozialismus.
Aus dem Inhalt: Geschichte und Opfer - Intention der Kunst - Kritik am okzidentalen Rationalismus - Körper und Sexualität - Revolution und «Dritte Welt» - Nach der ersten deutschen Revolution im November 1989 - Das Ende der Politik.