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Nation und Nationalismus in Schillers Entwurf «Deutsche Größe» und im Schauspiel «Wilhelm Tell»

Zu ihrer kulturpolitischen Funktionalisierung im frühen 20. Jahrhundert

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Hans A. Kaufmann

Die Anfänge des deutschen Nationalismus werden meist auf die Jahre des Widerstandes gegen die Herrschaft Napoleons ab 1806 datiert. Inwiefern drücken aber bereits ältere Texte des Klassikers Friedrich Schiller, vor allem sein Entwurf «Deutsche Größe» und der «Wilhelm Tell», ein Verständnis der Nation aus, das als nationalistisch bezeichnet werden kann? Die vorliegende Studie untersucht die nationale Vorstellungswelt im späten Werk des Dichters und die darin sich ausdrückenden frühen Prägungen des deutschen Nationalismus. Dies geschieht in Verbindung mit einer Analyse von Zeugnissen der Schillerrezeption im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. So gelingt es zu zeigen, inwiefern die Texte Schillers den Rezipienten nach 1900 bei der Formulierung einer antiwestlichen und antirationalistischen nationalen Selbstdeutung von sich aus entgegenkamen. Die Studie liefert einen Beitrag zur Revision des einseitig philosophisch-weltbürgerlich akzentuierten Schillerbildes.
Aus dem Inhalt: Ideologie des «deutschen Sonderweges» - Zur Datierung des Entwurfs «Deutsche Größe» - Deutschland in der Lyrik nach 1795 - Nationale Heilserwartung - Führungsanspruch und Sendungsbewußtsein - Unpolitische Ordnung der Nation: Religion, Ästhetik und Xenophobie.