Show Less
Restricted access

Goethes poetische Geschwisterpaare:

Ihre Entwicklung, Funktion und Symbolik von den frühen Dramen bis zu "Wilhelm Meisters Lehrjahren</I>

Series:

Isolde Salisbury

Vielfache symbolische Verknüpfungen und wechselseitige Spiegelungen dieser in der ersten Schaffenshälfte Goethes vermehrt auftretenden Verwandtschafts-Konstellationen lassen erkennen, daß Geschwisterpaare von Goethe als potentielle Ganzheiten aufgefaßt werden. Er verwendet sie als dichterische Gestaltungsprinzipien zur Erhellung grundsätzlicher Konfliktsituationen im Spannungsfeld von Kunst und Wirklichkeit. Zu den acht leiblichen Geschwister-Konstellationen der Lehrjahre finden sich schon in den Dreieckskonstellationen der frühen Dramen, u.a. in dem bislang kaum beachteten Einakter Die Geschwister, aufschlußreiche Vorformen. Durch die Analyse der symbolischen Ausformung der Schwestergestalt von der Komplementärfigur und Quelle dichterischer Inspiration zum objektiven Ideal der Natur und Humanität eröffnen sich neue Zugänge zur Entwicklung von Goethes Kunstauffassung und zur poetischen Gesamtstruktur des Meister-Romans.
Aus dem Inhalt: Die Gestalt der Schwester in Goethes Leben und Zeit - Komplementäre Geschwister- und Dreieckskonstellationen von Götz bis Clavigo - Die Schwester als Seelenbild - Leibliche und seelische Geschwisterbeziehungen im Tasso - Die Geschwisterkonstellationen der Lehrjahre - Inzestuöse Geschwisterliebe in Mignons Vorgeschichte - Die Schwester als sittliches und ästhetisches Ideal.