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Mythos und Alltäglichkeit am Beispiel von Joyces «Ulysses» und Döblins «Berlin Alexanderplatz»

Ein Versuch zur Rekonstruktion moderner Poetiken

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Frauke Tomczak-Föll

In welchen Formen behauptet der Mythos seine Anwesenheit in der Moderne? Die Transformation des Mythos steht in einem Problemhorizont mit der Selbstbehauptung des Menschen, der gesteigerten Kontingenz und der Metaphysiklosigkeit der Moderne. Der Mythos stellt die Struktur, mit deren Hilfe «Berlin Alexanderplatz» und «Ulysses» diese Herausforderungen nicht in Form ihrer bloßen Reflexion, sondern ihrer produktiven Gestaltung annehmen. Das ihnen gemeinsame poetologische Selbstverständnis, durch neue Formen der Narration eine unverstellte Annäherung an die Wirklichkeit und ihre Tiefendimension in eins zu erschließen, ließ sich auch an den Poetiken von V. Woolf, Broch und Rilke beobachten. Die Engführung von Mythos und Alltäglichkeit ist dann kein Epiphänomen der zeitgleichen Poetiken der Moderne, sondern eines ihrer Charakteristika. Die Optik aber, unter der die literarische Moderne erscheint, verschiebt sich von dem bekannten Topos des «nicht mehr» zu einem «erst jetzt».
Aus dem Inhalt: Mythos-Moderne-Diskussion: Adorno/Horkheimer, Blumenberg, Habermas, Heinrich - Textanalyse: Döblins Hiob, Joyces «Ulysses» - Narrativer Sprung: Krisis des Romans - Rekonstruktion zeitgleicher Poetiken - Mythos und Alltäglichkeit: Rilke - Symbol-Allegorie-Epiphanie - Der Tintenfleck als Symbol bei Goethe, als Epiphanie bei Joyce.