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Selbstbegrenzung Gottes und die Autonomie des Menschen

Karl Barths Kirchliche Dogmatik als Modernisierungsschritt evangelischer Theologie

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Thies Gundlach

Karl Barths Stellung zur neuzeitlichen Welt wird in der theologischen Forschung meist von seiner frühen dialektischen Theologiephase her gedeutet; seine späte Theologie der Kirchlichen Dogmatik gilt daher als Rückschritt in eine vorneuzeitliche Offenbarungstheologie, die keinerlei Offenheit für die Probleme der modernen Welt aufweist. Dagegen wird in dieser Arbeit durch eine Interpretation der Offenbarungs- und Erwählungslehre Barths gezeigt, daß seine späte Theologie einen beachtlichen Modernisierungsschritt evangelischer Theologie im Blick auf die neuzeitliche Problemlage darstellt. Nach einer kritischen Interpretation des gegenwärtigen Forschungsstandes und im ständigen Gespräch mit ihr wird dargelegt, daß sich wesentliche Charakteristika seiner Theologie - z.B. die strikte Offenbarungstheologie; die christologische Konzentration; die Abweisung jeder Form von 'Natürlicher Theologie' u.a.m. - verstehen lassen als Integration allgemeiner geistiger Evidenzen des 20. Jahrhunderts in die evangelische Theologie. Barths späte Theologie wird so erkennbar als Fortsetzung liberal-theologischer Anliegen unter offenbarungstheologischen und christologischen Vorzeichen.
Aus dem Inhalt: Ein Forschungsbericht: Karl Barth und die Neuzeit - Wort Gottes und menschliche Erfahrungen - Selbstbestimmung und Selbstbegrenzung Gottes - Aspekte des Individualismus Barths - Zuständigkeitsbegrenzung und Kompetenzbewußtsein der Theologie - Pluralität der Deutungssysteme als 'Sitz im Leben' - Theologie nach der Aufklärung.