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Antike Statuen als Modelle für die Darstellung des Menschen

Die "decorum</I>-Lehre in Graphikwerken französischer Künstler des 17. Jahrhunderts

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Gudrun Valerius

«Halte dich stets an das Merkmal, welches ein Alter bezeichnet», lautet ein Grundsatz in der Ars Poetica des Horaz. Die Notwendigkeit der Konformität von Darstellung und Realität beschreibt einen Aspekt der decorum-Lehre, deren Rezeption in Frankreich mit der Gründung der Königlichen Kunstakademie begann. Die Vorstellung von der Perfektion der Antike bestimmte dort sowohl die Kunsttheorie als auch den Zeichenunterricht: die Proportionen der Statuen sollten auf die lebenden Modelle übertragen werden. Die Graphikwerke sind unterschieden nach Figuren mit und ohne Maßeintragungen, da sie in verschiedenen Traditionen stehen: die einen lassen sich ableiten von den Rom-Itinerarien, die sich seit Cavalieri vom antiquarischen zum künstlerischen Interessensgegenstand wandelten; die anderen entstammen den Proportionslehren der Renaissance. Die Arbeit zeigt auf, daß in beiden Gruppen in der Anordnung der ausgewählten Objekte die Lehre vom decorum stets präsent ist.
Aus dem Inhalt: Académie Royale de Peinture et de Sculpture - decorum - Moduslehre - Mensch als Mikrokosmos - Modi der Proportionen: Alberti, Leonardo, Dürer, Lomazzo - Antikenrezeption - Graphikwerke mit antiken Statuen: Woeiriot, Thomassin, Perrier, LeBrun, Bosse, Audran, Testelin.