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Herbartianismus als Paradigma für Professionalisierung und Schulreform

Ein Beitrag zur Bündner Schulgeschichte der Jahre 1880 bis 1930 und zur Wirkungsgeschichte der Pädagogik Herbarts und der Herbartianer Ziller, Stoy und Rein in der Schweiz

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Peter Metz

Die gängige Interpretation des Herbartianismus beruht auf einer Fehleinschätzung: Sie begreift ihn als eine Verkürzung der Pädagogik Herbarts und erklärt die Reformpädagogik als eine Erneuerung von Schule und Erziehung, die den erstarrten Herbartianismus notwendig ablöste. Der Autor geht hinter dieses Erklärungsschema zurück und beleuchtet die Leistungen des Herbartianismus am Beispiel der Reform des Bündner Primarschulwesens und der Professionalisierung der Bündner Lehrerschaft im wissenschafts-, kultur- und schulgeschichtlichen Kontext. Das Ende des Herbartianismus erweist sich als vielbedingter Prozess der Erosion und Transformation, den die Herbartianer selbst forcierten.
Der Autor: Peter Metz wurde 1951 in Chur geboren. Bündner Kantonsschule 1965 bis 1971, Bündner Lehrerpatent 1974, anschliessend Lehrer in der Gemeinde Scharans. Studium der Pädagogik, Philosophie und Psychologie an der Universität Bern von 1976 bis 1986, ab 1986 wissenschaftlicher Assistent am Pädagogischen Institut in Bern, seit 1988 Lehrbeauftragter an der Höheren Pädagogischen Lehranstalt des Kantons Aargau.