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Das «Kindoki» im Licht der Sündenbocktheologie

Versuch einer christlichen Bewältigung des Hexenglaubens in Schwarz-Afrika

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Joseph Kufulu Mandunu

Der «Kindoki-Glaube » oder Hexenglaube ist in Schwarz-Afrika sehr verbreitet. Nach diesem Volksglauben gibt es Menschen - die «Ndoki» -, die vermeintlich über eine geheimnisvolle Fähigkeit verfügen, anderen Schaden zuzufügen. Die Ausforschung und Verfolgung von «Ndokis» ist mit Angst und Gewalt verbunden. Andererseits ist sie eng verknüpft mit der Heilungspraxis, die auf afrikanische Religionen zurückgeht und in den synkretistischen «Afrikanischen Unabhängigen Kirchen» mit Erfolg betrieben wird. Wie sollen sich die christlichen Kirchen gegenüber diesem tiefverwurzelten Phänomen verhalten? Der Verfasser zeigt den tieferen Zusammenhang dieses Problems mit der gewaltvollen Geschichte der Missionierung und Kolonisierung Afrikas auf. Er bietet einen umfassenden Überblick über bisherige soziologische und theologische Interpratationen des «Kindoko-Phänomens». Mit Hilfe der Theorie Girards, bei der der Sündenbockmechanismus eine zentrale Rolle spielt, entwickelt er eine neue Deutung. Es gelingt ihm damit, das «Kindoki-Phänomen» in einem engen Zusammenhang mit der christlichen Erlösungslehre zu sehen und so zu einer differenziert-kritischen Beurteilung zu gelangen, die bedeutsam sein kann für eine christliche Aufarbeitung des «Kindoki-Glaubens» in der Praxis.
Aus dem Inhalt: Die «Afrikanischen Unabhängigen Kirchen» - Heilung oder Suche nach dem «ndoki» - Was ist «kindoki»? - Alpha und Omega der Gewalt - Zu einer christlichen Bewältigung des «kindoki-Problems».