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Die Rolle Preußens in der DDR-Historiographie

Zur Thematisierung und Interpretation der preußischen Geschichte durch die ostdeutsche Geschichtswissenschaft

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Alexander Krauss

Im Gefolge der «Wende» in der DDR und der Vereinigung beider deutscher Staaten entwickelte sich eine Diskussion über Rolle und Selbstverständnis derjenigen ostdeutschen Wissenschaften, die wie die Geschichtswissenschaft in enger Beziehung zum Herrschaftsapparat standen. Am Beispiel der Thematisierung der preußischen Geschichte wird untersucht, wie politisch-ideologische Vorgaben der SED an die ostdeutsche Historiographie umgesetzt wurden und wie sich der Prozeß der «Verwissenschaftlichung» innerhalb der DDR-Geschichtswissenschaft in einem konkreten Fall auswirkte. Im Zusammenhang mit der seinerzeit im Westen vielbeachteten Neubewertung der preußischen Geschichte seit dem Ende der siebziger Jahre zeigt sich auch, wie gering letztlich die von Partei und Ideologie gestatteten Spielräume waren, innerhalb derer Veränderungen und Differenzierungen bei der Interpretation von Geschichte vorgenommen werden konnten.
Aus dem Inhalt: Die «Klassiker des Marxismus-Leninismus» und Preußen - Das Preußenbild in den fünfziger und sechziger Jahren - Preußen und preußischer «Militarismus» - Intensivierung der Beschäftigung mit Preußen infolge ideologischer Veränderungen - Modifikationen im Preußenbild und ihr Vorbildcharakter für eine differenziertere Aneignung der Vergangenheit.