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Vom Zeitroman zum «stylisierten» Roman: Die Erzählerin Fanny Lewald

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Gabriele Schneider

Das erzählerische Werk Fanny Lewalds leidet unter der Kategorisierung reiner Zweck- und Tendenzliteratur, gilt als Illustration der emanzipatorischen Thesen der Autorin. Zu Unrecht: Im Laufe ihrer fast 50jährigen literarischen Tätigkeit entwickelt sich Fanny Lewald zu einer routinierten Erzählerin mit eigenem literarischen Profil im ästhetischen Spannungsfeld zwischen Vormärz und Realismus. Neben dem sozialen Engagement moralisch-aufklärerischer Tradition ist die Freude am «Fabulieren» stets spürbar. Biedermeierliche Variationsfreudigkeit dokumentiert sich in der Verwendung diverser Texttypen, Stilebenen und einer Vielfalt der Perspektive. Brillante Reiseimpressionen, Novellen und phantasievolle Märchen gehören ebenso zu ihrem Repertoire wie stilisierte Großromane; v.a. der literarische Diskurs und dezidierte Formüberlegungen weisen Fanny Lewald als anspruchsvolle Autorin aus.
Aus dem Inhalt: Fanny Lewald - Die deutsche George Sand? - Unternehmerischer Pragmatismus - Juden in Preußen - Dienstbotenproblematik - Der Autor im Dienst der Gesellschaft - Städtebilder: Rom, Paris, London - Erzählzyklen - Literarischer Diskurs (Realismusdiskussion) - Fortsetzungsroman.