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Die inszenierte Erinnerung

Politische Gedenktage im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der Bundesrepublik Deutschland zwischen Medienereignis und Skandal

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Dietmar Schiller

Die Untersuchung folgt der politikwissenschaftlichen Fragestellung, welche Funktionen und Intentionen sich hinter einer spezifischen Präsentation politischer Gedenktage im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der Bundesrepublik Deutschland zum Nationalsozialismus verbergen. Dies bezieht sich sowohl auf das Programmangebot zu diesen Tagen als auch auf die audiovisuelle Inszenierung der Gedenkfeiern. Besonderes Interesse finden die Botschaften ausgewählter Gedenkreden im Kontext der Legitimationsanstrengungen des politischen Systems, die in den 80er Jahren unter dem Motiv einer «Nationalisierung der NS-Vergangenheitsbewältigung» standen. Während die Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zum 8. Mai 1985 stark gelobt wurde, mündete die Ansprache des Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger zum 9. November 1988 in einem Eklat, der zu seinem raschen Rücktritt führte. Auf welche Weise beide Reden die politische Kultur der Bundesrepublik geprägt haben, legt die Studie dar.
Aus dem Inhalt: Symbol- und Ritualcharakter politischer Gedenktage - Politische Funktionen und Intentionen - Politische Kultur und Geschichtsbewußtsein - Programmangebot: 30.1.1983 / 20.7.1984 / 8.5.1985 / 9.11.1988 / 1.9.1989 - Audiovisuelle Präsentation der Gedenkreden (Weizsäcker / Jenninger / Kohl) - Botschaften der Gedenkreden - Jenningers Rücktritt im Spiegelbild der politischen Kultur.