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Wille und Intellekt bei Schopenhauer und Spinoza

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Ortrun Schulz

Schopenhauers Zentralthese der Divergenz von Wille und Intellekt sowie der Independenz des Willens von der Vorstellung bildet dem Wortlaut nach die Antithese zu Spinozas gleichermaßen systemfundierender Behauptung der Identität von Wille und Intellekt. Die Arbeit sucht in diesem Konflikt Orientierung zu vermitteln. Schopenhauers Kritik an Spinoza richtet sich gegen die Reduktion des Willens auf Denken. Unter Berücksichtigung des Strebensbegriffes Spinozas kann aber dieser Vorwurf abgeschwächt werden. Heraus stellt sich sogar eine spinozistische Grundansicht Schopenhauers. Gleichwohl geht Schopenhauer auf allen Betrachtungsebenen über Spinoza hinaus, indem er willensfreie Erkenntnis einräumt, der Weltbasis die Rationalität entzieht, die Wurzel der Leidexistenz im Willen lokalisiert und die Identität von Intelligenz und ethischer Gesinnung aufbricht.
Aus dem Inhalt: Voluntarismus und Intellektualismus - Identität, Differenz und Independenz des Willens - Irrtumslehre - Affektentheorie - Willensfreiheit - Anthropologische Wesensbestimmungen - Naturteleologie - Ethik als praktische Metaphysik.