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Karl Marx und die nichteuropäischen Gesellschaften

Zur Kritik der eurozentristischen Interpretationen der Marxschen Auffassung über die nichteuropäischen Gesellschaften

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Se-Yeon Kim

Angesichts des Verfalls des «real existierenden Sozialismus» und seiner Legitimationswissenschaft wird Marx als falscher Prophet denunziert und die gesamte Marxsche Theorie droht, über den Haufen geworfen zu werden. Es herrscht die Auffassung vor, daß Marx ein unilineares Evolutionsschema der Geschichtsentwicklung vorgelegt habe und die sowjetische Gesellschaft durch seine Geschichtstheorie als «sozialistisch» gerechtfertigt werden kann. Aber diesen Zusammenbruch des «real existierenden Sozialismus» kann die ökonomistische und reduktionistische Version der Marxschen Theorie nicht erklären, geschweige denn die ausdifferenzierten Bilder der national und regional unterschiedlichen kapitalistischen Entwicklungen in der Dritten Welt. Will man diese Version kritisieren und eine neue Debatte um die theoretische Erklärung national und regional sehr unterschiedlicher gesellschaftlicher Entwicklungswege, ihrer Interdependenzen und Alternativen dazu eröffnen, dann muß zuallererst die bisher allgemein hingenommene Interpretation überprüft werden, daß Marx selber ein unilineares, eurozentristisches Evolutionsschema der Geschichtsentwicklung vorlegt.
Aus dem Inhalt: Eurozentrismus - Marxsche Erkenntnistheorie - Marxsche Geldtheorie - Marxsche Methode - Forschungs- und Darstellungsweise - Asiatische Produktionsweise - Kolonialismus - Regulationstheorie - Dependenztheorie - Russische Revolution.