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Meister und ihre Gesellen

Arbeitskonflikte im Bäckergewerbe Hamburgs 1890-1914

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Friederike Föcking

Im Jahre 1898 traten Hamburgs Bäckergesellen in den Streik und riefen zum Brotboykott auf - ihr Ziel: die Abschaffung des Kost- und Logiszwangs. Denn noch immer mußten sie unter oft primitiven Bedingungen im Haus des Meisters leben. Dank der Hilfe der Konsumenten hatten die Gesellen zum Teil Erfolg, obwohl ihre Gewerkschaft klein war und die in Innungen organisierten Meister vom Arbeitgeber-Verband Hamburg-Altona unterstützt wurden. Die Beziehungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern im Bäckergewerbe Hamburgs 1890 bis 1914 stehen im Mittelpunkt der Studie. Sie behandelt die Konflikte um bessere Arbeitsbedingungen und ist ein Beispiel für eine moderne Geschichte der Arbeitsbeziehungen in einem wesentlichen Gewerbezweig. Die Arbeit stellt die Interessenlagen von Meistern und Gesellen in einen wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Zusammenhang und beleuchtet die Rolle staatlicher Eingriffe zugunsten der Gesellen, die Bedeutung des Boykotts als Waffe im Arbeitskampf sowie die bisher wenig beachtete Entwicklung von Innungen zu Arbeitgeberverbänden.
Aus dem Inhalt: Das Konfliktpotential: Struktur des Gewerbes und soziale Lage der Bäcker in Hamburg um 1900 - Die Konfliktparteien: Innungen und Gewerkschaft - Konfliktlösung durch Bundesrat und Senat? - Die Konflikte: vom Streik und Boykott zum Tarifvertrag - «Organisierter Konflikt» oder «organisierter Klassenkampf» am Vorabend des Ersten Weltkrieges?