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Figuren der Melancholie: Ludwig Tiecks «William Lovell» im Kontext von Erfahrungsseelenkunde und Pädagogik

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Ellen Oswald

Ludwig Tieck exponiert in seinem Briefroman «William Lovell» Figuren der Melancholie, ohne dem Leser eine moralische Beurteilung nahezulegen, die dem zeitgenössischen Verständnis der Schwermut als aufklärungsfeindliche Haltung entspräche. Statt dessen wird der Rezipient angeregt, die Figuren der Melancholie und ihre immer neuen Konfigurationen in einem produktiven Lektüreprozeß nachzuzeichnen. Ein solchermaßen dynamischer Lesevorgang steht im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit. Im Wechsel zwischen textnaher Interpretation und historischer Rahmenkonstruktion gelangt der radikal aufklärerische und damit aufklärungskritische Aspekt des Tieckschen Romans zur Entfaltung.
Aus dem Inhalt: Melancholie und Schwärmerei - Tiecks «William Lovell» und Karl Philipp Moritz' «Magazin zur Erfahrungsseelenkunde» - Tiecks «William Lovell» und Campes aufklärungspädagogisches Revisionswerk - Sexualität und Melancholie - Aufklärungsfeindliche und aufklärungskritische Figuren der Melancholie.