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Der Verlagseinband unter dem Jugendstil

Zum Wandel bibliophiler und gestalterischer Normen im Einfluß des britischen Druckwesens

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Andreas Roloff

Bei der Bewertung des künstlerischen Verlagseinbandes um 1900 weist die Forschung Defizite auf. Für das deutsche Buchwesen wird die Zeitspanne zwischen 1895 und 1907 nunmehr zusammenhängend gewürdigt. Dies ist für die Verlage Insel, Diederichs und S. Fischer mit einer Bestandsaufnahme verbunden. Die Untersuchung fußt auf Originalquellen, zeitgenössischen Aussagen und auf der Autopsie mehrerer hundert Verlagswerke. Sowohl im britischen trade-binding als auch im rezeptiven Verhältnis zur Inkunabel werden Ursprünge des modernen Gebrauchsbuches erkennbar. Einbezogen in den Jugendstil und verbunden mit dem Aufblühen zeitgenössischer Belletristik konstituiert sich gegen 1900 ein neues Selbstverständnis von Bibliophilie. Statt einer stilkritischen Sicht dieser Entwicklung führt deren verlags- und buchgeschichtlicher Konnex zu bestimmenden Kriterien des einbandkünstlerischen Neubeginns.
Aus dem Inhalt: Das britische Druckwerk im 19. Jh.: Präraffaelismus, trade-binding, Eighteen Nineties - Die deutsche Buchkultur vor 1900: Krisis, Reformvoraussetzungen, Verlagsgründungen - Der Einband als kunstgewerblicher Gegenstand: Richtungen, Stilmittel, Gestalter - Vom Präraffaelismus zum Jugendstil: konzeptionelle Aspekte des Buchäußeren.