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Ethnologie im «doppelten» Verstehen

Zur Grundlegung einer ethnologischen Hermeneutik mit dem ethnographischen Material der Vitianer

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See-Jung Sung

Die Wissenschaften vom Menschen haben durch die Ethnologie eine kaum zu unterschätzende Erschütterung erfahren. Plötzlich steht all das auf dem Spiel, was die abendländischen Traditionen fundierte; die Begriffspaare des modernen Denkens, Geist und Körper, Vernunft und Natur, Aufklärung und Mythos, sind ins Wanken geraten nicht zuletzt durch die Einsicht, daß es neben der europäischen Lebens- und Denkweise andere Möglichkeiten gibt, mit der Welt umzugehen. Indessen dominierte das Verhältnis vom Eigenen zum Fremden eine eurozentristisch verengte Perspektive. Dieses hermeneutische Dilemma versucht die vorliegende Untersuchung anhand des traditionellen Fiji zu untergraben. Anders als die westlich geprägten Kulturen, haben diese einen ganzheitlichen Zugang zur Welt bewahrt. - Es sei eine Ethnologie postuliert, die sich nicht zweckrationalistisch sog. primitiven Formen mythischen Denkens und Lebens zuwendet, sondern die Mythos und Wissenschaft gleichermaßen als Formen menschlichen Umgangs mit der Welt anerkennt.
Aus dem Inhalt: Verstehensfrage der Ethnologie - Ethnohistorie - Religionsphänomenologische Ansätze der Ethnologie - Symbolik der coincidentia oppositorum - Das traditionelle Fiji.