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Valerius Antias und ein annalistischer Bearbeiter des Polybios als Quellen des Livius, vornehmlich für Buch 30 und 31

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Tilmann Leidig

Die Studie klärt die Quellenfrage für die annalistischen Teile der Bücher 30 und 31 des Livius. Der Bericht über die Entstehung des 2. makedonischen Krieges und die sonstigen annalistischen Teile vom Buch 31 stammen von Valerius Antias. Dessen romanhaft fiktive Erzähltechnik wird durch Vergleich mit Polybios, Entschlüsselung der «Schiffszahlenrechnung» oder der literarischen Funktion erfundener Schlachten überraschend erhellt. Die polybiosnahen Abschnitte in Buch 30 sind dagegen einem mit Antias nicht identischen, vorerst anonymen Annalisten entnommen, der Abschnitte aus Polybios mit älterer annalistischer Überlieferung kombiniert. Dieser «Polybiosannalist» muß eine der Hauptquellen der ganzen 3. Dekade sein. Die Arbeit wirft auch neues Licht auf die Absichten Roms beim Vertrag von Phoinike und beweist den Garantiecharakter der Aufnahme von «adscripti» in Friedenverträgen.
Aus dem Inhalt: Zwei annalistische Hauptquellen für die Bücher 30 und 31 des Livius - Ihr literarischer Charakter und historischer Quellenwert - Frieden von Phoinike, Kämpfe in Nordafrika und 2. makedonischer Krieg - Garantiecharakter der Aufnahme von «adscripti» in Friedensverträge wie den von Phoinike.