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Eine Legende und ihre Erzählformen

Studien zur Rezeption der Kreuzlegenden in der italienischen Monumentalmalerei des Tre- und Quattrocento

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Susanne Pfleger

Die Kreuzlegenden bilden einen der wohl wichtigsten und umfassendsten Komplexe aller mittelalterlichen Legenden. Sie sind Ausdruck des teleologischen Geschichtsverständnisses des Christentums, in dessen Zentrum das Erlösungsopfer des Gottessohnes steht. Der Freskenzyklus Agnolo Gaddis in der Florentiner Franziskanerkirche S. Croce ist der Beginn einer Reihe zyklischer Bilderzählungen der Kreuzlegenden, die im 14. und 15. Jh. ein sehr beliebtes und offenbar aktuelles Thema darstellten. Es werden Beispiele in Volterra, Empoli und Montegiorgio vorgestellt. Einen Höhepunkt dieser Darstellungsreihe bildet der Heiligkreuzzyklus Piero della Francescas in Arezzo. Wie kaum eine andere Legende ist die Schilderung der Kreuzlegenden in der Lage, aktuelle zeitgeschichtliche Implikationen in die Bilderzählung aufzunehmen und dazu Stellung zu beziehen. Themenkomplexe wie Kreuzzug, Mission und Aufforderung zur Pilgerfahrt finden in den Freskenbildern ihren Niederschlag.